Phönix

Zeichnung von Boyan Donev

Verfügbar

Der Phönix.
Hier geht es nicht einmal um Feuer — das Feuer ist schon vorbei.
Dies ist der Moment nach der Asche, wenn der Körper noch den Schmerz erinnert, aber sich erhebt — leise, fast schüchtern, als könne er kaum glauben, dass es möglich ist.

Die Figur ist schlank, fast durchsichtig.
Sie triumphiert nicht. Sie kehrt aus dem Nichts zurück — und diese Zerbrechlichkeit ist ihre wahre Stärke.

Die Flügel — ausgebreitet, aber unvollendet, als würden sie noch wachsen.
Nichts in ihnen ruft: „Ich bin auferstanden.“
Eher flüstern sie: „Ich bin noch hier… Und vorerst reicht das.“

Das Gesicht — ohne Züge.
Denn wer bist du, nachdem du bis auf die Grundmauern verbrannt bist?
Wer bleibt, wenn du aus der tiefsten Tiefe zurückkehrst?
Nicht der Name. Nicht die Vergangenheit.
Nur die Bewegung nach oben bleibt.

Das ist kein Triumph.
Es ist das stille Wunder des Überlebens.

Als hätte der Künstler gesagt: „Es spielt keine Rolle, wie oft du gefallen bist. Wichtig ist, dass du irgendwie… trotzdem… aufgestanden bist.“

Der Phönix hier ist weiblich — und das macht ihn noch wahrer.
Denn eine Frau wird immer aus der Asche geboren, vergisst aber niemals das Feuer.

Lia

Zurück zur Gesamtliste