Waage

Zeichnung von Boyan Donev

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„Balance“ ist jener Augenblick — der Atemzug davor. Vor dem Schritt.
Vor dem Sturz.
Vor dem Flug.

Das Kind — oder die Frau, oder die Seele — steht am Rand der Welt, und fürchtet sich nicht.
Sie kennt das Wort „Gefahr“ nicht.
Sie kennt nur Vertrauen — Vertrauen in sich selbst, in die Erde unter ihren Füßen, in das Unsichtbare, das sie trägt.

Ihr Fuß ist dünn wie ein Faden des Schicksals.
Und ihr ganzer Körper singt.
Die Schwerkraft ist ein Lehrmeister, kein Tyrann.

Dies ist keine trotzige Kühnheit.
Es ist eine unschuldige Tapferkeit, jene, die wir hatten, als wir noch jung waren und die Welt uns noch nicht erklärte, was „nicht darf“.?

Hier ist der Rand kein Abgrund.
Er ist die Grenze zwischen „schon“ und „noch nicht“.

Und sie fällt nicht.
Denn wer an das Gleichgewicht glaubt — fällt nicht.
Er überwindet die Natur nicht — er verschmilzt mit ihr.

Der Wind stößt hier nicht — er trägt.
Der Fels droht nicht — er stützt.
Der leere Raum ruft nicht ins Verderben — sondern in die Freiheit.

Dies ist ein Bild von der Kunst, am Rand zu leben, ohne die Tiefe zu fürchten, und ohne sie absichtlich zu suchen.

Einfach…
dort stehen zu können,
wo so viele stürzen —
und zu tanzen.

Lia

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